Flossenbürg

von Gerhardinger - Redakteur

Schülerinnen der Gerhardinger-Realschule besuchen die KZ-Gedenkstätte in Flossenbürg

Am Montag, den 04. November 2019 besuchten die vier zehnten Klassen der Gerhardinger Realschule Cham das Konzentrationslager in Flossenbürg.

Das KZ wurde im Mai 1938 als reines Arbeitslager errichtet, in dem etwa 22.000 Menschen starben. Die Häftlinge wurden brutal ermordet, starben an Krankheiten, Unterernährung oder wurden beim Arbeitseinsatz zu Tode geschunden. Manche der Gebäude stehen heute noch und dienen als Gedenkstätte für die vielen Opfer, welche in einem der vielen Gefangenenlagern ums Leben kamen. Im Arrestbau wurden damals Menschen mit einer anderen Sichtweise gefoltert und mit Einzelhaft bestraft. Auf dem Hof davor wurden mehr als 1.000 Menschen exekutiert.

Ein bekanntes Beispiel ist der Theologe Dietrich Bonhoeffer, der am 9. April 1945 im Konzentrationslager Flossenbürg hingerichtet wurde. Im Krematorium wurden den Leichen sämtliche Goldzähne entfernt und man rasierte ihnen die Haare ab, um diese an einen Perückenmacher zu verkaufen. Nach Ende des Krieges wurde die Asche, der während der NS-Zeit getöteten Menschen, in deren letzte Ruhestätte gebracht. Das Massengrab, welches die Form einer Pyramide hat und daher auch den Namen Aschepyramide trägt, ist bis heute im sogenannten „Tal des Todes“ im KZ Flossenbürg als Mahnmal zu finden.

Anfang April 1945 begann die Auflösung des KZs Flossenbürg und seiner Außenlager. Unmittelbar vor Kriegsende starben Tausende von Häftlingen auf den Todesmärschen an Entkräftung, wurden erschossen oder erschlagen. Bevor die SS das Lager räumte, verwischten sie die Spuren ihrer Mordtätigkeit. Ab Mitte April transportierten sie über 40.000 Gefangene aus dem Hauptlager und vielen Außenlagern in Richtung Süden. Mit tagelangen chaotischen Fußmärschen und Transporten in Tierwaggons versuchte die SS, die Häftlinge dem Zugriff der Alliierten zu entziehen. Einige Aufseher ermordeten ganze Gruppen von Gefangenen. In zahlreichen Ortschaften blieben Leichen zurück. Viele Häftlinge starben noch nach der Befreiung an Entkräftung und Krankheiten. Am 23. April 1945 erreichte die US-Armee das KZ Flossenbürg. Sie fand 1.500 schwerkranke Menschen vor, die die SS zurückgelassen hatte.

Unser Dank gilt dem Landratsamt Cham, das uns mit einem Zuschuss zur Fahrt unterstützt hat. So konnten sich die Schülerinnen mit diesem schrecklichen Teil der Vergangenheit Deutschlands vor Ort auseinandersetzen. Zu Beginn konnten sich die Mädchen nicht richtig vorstellen, was dort Schreckliches passierte, doch nach dem Aufenthalt waren sie innerlich sichtbar berührt und man verließ diesen Ort mit der Hoffnung, dass so etwas nie wieder passieren wird.

Bericht und Fotos: Magdalena Mühlbauer, 10 D