Prof. Rosenberg


Emilie, die Frau hinter Oskar Schindler
Gerhardinger zwischen Film und Wirklichkeit 

Über 100 junge Mädchen der vier 10. Klassen der Gerhardinger-Realschule Cham erlebten einen besonders informativen und emotionalen Vortrag von Professor Erika Rosenberg zum Leben des bewundernswert mutigen Ehepaares Emilie und Oskar Schindler. 

Nach der Begrüßung der Referentin durch Realschuldirektor Josef Maier schilderte Erika Rosenberg zunächst weniger bekannte, aber durchaus interessante Stationen im Leben des Ehepaars, beispielsweise wie sich Emilie Pelzl und Oskar Schindler kennenlernten und sich vermählten. So war der in Zwittau, Mähren, geborene Oskar in vielerlei Hinsicht ein gegensätzlicher Partner zu der sehr frommen Emilie, die bis zu ihrem 17. Lebensjahr in einer Klosterschule unterrichtet wurde. Im Anschluss erfuhren die Schülerinnen, wie Oskar Schindler von 1935 bis 1939 als Spionage-Agent für den militärischen Geheimdienst, das Amt Ausland/Abwehr, in Breslau arbeitete und schließlich Ende 1939 eine stillstehende Emaillefabrik in der Nähe von Krakau erwarb, was den Grundstein für die spätere Deutsche Emaillewarenfabrik (DEF) darstellte.

Prof. Rosenberg führte den Schülerinnen im weiteren Verlauf ihres Vortrags vor Augen, wie die beiden Sudetendeutschen in ihrer Fabrik etwa 1 200 Juden vor dem sicheren Tod in den Gaskammern der Nationalsozialisten bewahrten. Oskar Schindler wurde 1993 durch Steven Spielbergs „Schindlers Liste“ weltberühmt. Seine Frau Emilie, die Prof. Erika Rosenberg in den 90er Jahren in ihrer argentinischen Heimat kennengelernt hatte, fand in dem Hollywood-Blockbuster jedoch kaum eine Beachtung.

Mitreißend und sichtlich emotional erzählte Prof. Rosenberg den Abschlussschülerinnen, dass der Anteil Emilies an dieser Rettung der Schindler-Juden bisher weder von Historikern noch von Steven Spielbergs Film richtig gewürdigt wurde. Erika Rosenberg veröffentlichte unter anderem die Biografie „Ich, Emilie Schindler“, in der sie dagegen versucht, deren Stellenwert ins rechte Licht zu rücken. 

Nach der sehr interessanten und lehrreichen Präsentation beantwortete die Referentin noch zahlreiche Fragen der Schülerinnen, die sich zum Schluss mit reichlich Applaus bei ihr bedankten. 

Matthias Bierl