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18.06.2018 21:30
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Gedenkgottesdienst

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Gerhardinger-Gottesdienst im Gedenken an die mutige Ordensgründerin
Gesamte Schulfamilie füllte Stadtpfarrkirche St. Jakob

      

 „Zwei Stunden Unterrichtsausfall und dafür einen Gedenkgottesdienst am Todestag der Ordensgründerin Theresia von Jesu Gerhardinger – das passt schon, den können wir mitnehmen“ begrüßte Stadtpfarrer Dieter Zinecker schmunzelnd die gesamte Schulfamilie der Gerhardinger-Realschule Cham in seiner Kirche.

In einem kurzen Anspiel stellten Schülerinnen der Klasse 6 b kurz die Biographie von Mutter Theresia vor und setzten sie in Beziehung mit vielen großartigen Frauen ihrer Zeit. Königin Viktoria von England engagierte sich für die Frauenbewegung, Rosa Luxemburg kämpfte für eine gerechtere soziale Gesellschaftsordnung - „Du wirst nicht danach beurteilt, was du sagst, sondern, was du tust“, Margarethe Steiff war zeitlebens an den Rollstuhl gefesselt, sie bringt bis heute vielen Kindern eine große Freude mit ihren weltberühmten Plüschtieren, nach dem Motto: „Für Kinder ist nur das Beste gut genug!“

Dabei veranschaulichten die Mädchen die verschiedenen mutigen Frauen mit passenden Accessoires wie Ordenstracht, Krone, Rollstuhl oder Teddybär. Nur die Kerze  mit dem Bild Theresia Gerhardingers wollte trotz tatkräftiger Unterstützung von Pfarrer Zinecker partout nicht brennen!

Die Lesung aus dem alttestamentlichen Buch der Sprichwörter durch die erste Schülersprecherin Kathrin Alt bezog sich passend auf „das Lob der tüchtigen Frau“. Mit einem leeren, aber gestempelten Briefcouvert eröffnete der Zelebrant seine Predigt zum 139. Todestag einer mutigen Frau, die als Pionierfigur für die Bildungsgeschichte und für die Entwicklung der modernen religiösen Frauengemeinschaften gilt.

Die unscheinbare, aber ungemein zähe Ordensfrau setzte um die Mitte des 19. Jahrhunderts gegen hartnäckige Widerstände ihr Modell von Mädchenbildung durch, zu dem auch die Armen Zugang hatten. Selbst eine geniale Erzieherin begeisterte Maria Theresia auch andere für den Lehrberuf, die unter die Schulen des Ordens wirkten durch den ganzheitlichen Ansatz richtungsweisend mit modernem Anschauungsunterricht.

Am 9. Mai 1879 verstorben sprach Papst Johannes Paul II. Mutter Theresia 1985 in Rom selig. 1989 erfuhr die Schwester eine hohe Ehrung und ihre Büste wurde in der Walhalla unter die herausragenden Persönlichkeiten Deutschlands eingereiht.

„Jede von euch kann der Welt ihren Stempel aufdrücken und sich ein Beispiel an der Frau mit Weitblick nehmen! Ich kann etwas, ich brauche mich nicht verstecken, ich kann verändern und fange bei mir selbst an“, appellierte der Priester in seiner Ansprache an die über 500 jungen Frauen – „seid mutig, ihr braucht keine Angst zu haben“! Im Anschluss daran lasen sechs Schülerinnen ihre Fürbitten in dem Gottesdienst vor Pfingsten, passend umrahmt mit dem Symbol der Friedenstaube.

Sogar Pfarrer Zinecker wippte im Rhythmus der ansteckenden Lieder mit und seine Dankesworte richteten sich an alle bei der Vorbereitung der Liturgiefeier Beteiligten – sie gingen im freudigen Beifallsklatschen fast unter.

Franz Summerer

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