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05.08.2010 18:08
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Gefahren im Internet


 

Birgit Zwicknagel referierte über die Gefahren des Mediums Internet:

Der Bedeutung des Computer-Zeitalters bewusst sein

„Welchen Gefahren sind Kinder und Jugendliche im Netz ausgesetzt“. Das war der Schwerpunkt eines Referats von Birgit Zwicknagel, Referentin der Initiative für Jugendmedienschutz, das sie am Donnerstag vor Eltern und Lehrern der Gerhardinger-Realschule Cham hielt.

Computer und Internet seien zwar Instrumente, mit denen die Schulabgänger im Berufsleben vorwiegend konfrontiert werden, „wir stehen dieser Entwicklung grundsätzlich positiv gegenüber“, so Zwicknagel. Doch für Kinder und Jugendliche seien damit allerhand Gefahren verbunden, denn mit einem falschen Klick seien sie plötzlich in der Pornografie.

Jugendschutz ist wichtiges Thema

In ihrer Powerpoint-Präsentation ging Birgit Zwicknagel zunächst auf Szenen im „realen Leben“ und ganz im Gegensatz zur „virtuellen Welt“ im Internet ein. Im wirklichen Leben schützten Eltern und Lehrer die Kinder, im Internet sei das nicht der Fall. Das Internet bringe den Usern die ganze Welt ins Wohnzimmer nach Hause und das mit nur wenigen Klicks. Man kann Nachrichten abrufen, Hilfen für die Hausaufgaben suchen, Informationsmaterial für die Schule oder privat beschaffen, eine eigene Homepage einrichten und vieles mehr. Das Internet sei zu einer virtuellen „Informations-Spielwiese“ geworden.

Wo es einen Nutzen gibt, da sei leider auch der Schaden nicht weit, denn viele stellten schmutzige und unseriöse Ideen ins Netz. Deshalb sollte man „vorsichtig mit dieser tollen virtuellen Welt umgehen“, riet die Referentin. Oft sei ein Klick schon zu viel – zum Beispiel für die Hausaufgabe – und schon sei eine kostenpflichtige Seite aufgerufen. Die Eltern würden sich dann über die hohen Gebühren wundern, weil sie nichts von den Machenschaften ihrer Tochter im Internet wüssten.

Vertrauen zu Kindern stärken

Zwicknagel riet: „Sei clever, arbeite klug und besonnen mit dem Medium Internet und beweise so auch deinen Eltern, dass du genug Verantwortungsbewusstsein dafür mitbringst“. Die Eltern sollten erkennen, dass sie Ihren Sprösslingen in Sachen Internet vertrauen können. „Schult Jüngere und Unerfahrene – seid Vorbilder und Lehrer.“ Und ganz wichtig: „Lasst euch nicht für dumm verkaufen“, riet die Referentin. Wenn Schülerinnen Hilfe und Anleitung suchten, „dann hat das mit Stärke zu tun und nicht mit Schwäche“. Die Zehn- bis 15-Jährigen sollten sich entweder ihren Eltern offenbaren, oder sich mit Problemen an die Initiative für Jugendmedienschutz, angesiedelt in Stamsried, wenden.

Als besondere Gefahren beim „Chatten“ nannte Zwicknagel sexuelle Belästigungen und Beleidigungen, Anmache im „Separee“, wo auch Jugendliche unbeaufsichtigt sind und keine Kontrollmöglichkeit durch Moderatoren besteht, die zum Beispiel Aktionen von Pädophilen unterbinden könnten.

Soziale Isolation ist eine Gefahr

Als weitere Gefahr der ständigen Präsenz im Internet nannte Birgit Zwicknagel neben den Konzentrationsschwächen in der Schule, die Vereinsamung des notorischen Surfers und die soziale Isolation, weil durch die virtuellen Spiele, die zur Sucht werden können, die Freunde im realen Leben vernachlässigt würden. Als schlimmstes Bild zeigte die Referentin das Verspeisen einer deformierten Frühgeburt, womit sie auch an Kannibalismus, Leichenschändung usw. im Internet erinnerte.

Zuletzt ging Zwicknagel noch auf die teuren Downloads im Handynetz, die „Musik-Piraterie“, auf teure Abo-Fallen und dergleichen ein. Es gebe keine Patentrezepte, aber die Probleme müssten gemeinsam angegangen werden.

Gefahren des Internet

Gefahren ergäben sich für die noch Minderjährigen beim „Chatten“ im Internet. Da öffneten sich Schmutzseiten „ganz von selbst“ und manchmal bekomme ein Minderjähriger auch „einen Tipp“ von Mitschülern, der eigentlich gar kein so guter Tipp ist. Die Surfer erwarteten Sexismus, Rassenhass, Gewalt und Gewaltspiele und noch immer aktuell sind die Online-Spiele.

Statistisch erwiesen ist, dass 79 Prozent der Täter, die über das Internet Straftaten begingen, ihre Opfer in Chats trafen, 61 Prozent kontaktierten ihre Opfer mehr als einen Monat in Chats.

75 Prozent der Täter waren deutlich älter als ihre Opfer, 74 Prozent trafen sich real und bei 93 Prozent kam es beim Realdate zum Geschlechtsverkehr.

79 Prozent telefonierten mit ihren Opfern, was zeige, dass man freimütig die eigene Telefonnummer mitteile.

Sex im Internet ist kein Mädchenthema, sondern betreffe auch Jungen, machte die Referentin klar. Ihnen werde Hardcore-Sex praktisch direkt ins Kinderzimmer geliefert, so Zwicknagel.

Rassistische und rechtsorientierte Seiten, Gewaltvideos, Gewalt und Waffen und sogar Bombenbauanleitungen würden den Jugendlichen angeboten. Dazu gebe es Werbung für den Kauf von kopierten Modellwaffen – die nach dem Waffengesetz verboten sind – zu günstigen Preisen.

Junge Internet-User würden mit Killerspielen berieselt, bzw. konfrontiert. Dadurch könne bei Jungen die Hemmschwelle für Gewalttätigkeiten herabgesetzt werden und das werde wiederum ein Problem, weil Moral und Ethik auf der Strecke bleiben. Gewalttätigkeit sei deshalb längst kein Großstadtthema mehr, machte Zwicknagel ihren Zuhörern klar.

 


 


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