Ordensgründerin

 


 

Karolina Gerhardinger (Geburtsname) Späterer Ordensname: Maria Theresia von Jesu Gerhardinger Gründerin der Kongregation der Armen Schulschwestern von Unserer Lieben Frau

Die Welt war im Umbruch, als Karolina Elisabeth Franziska am 20. Juni 1797 in Regensburg in Stadt am Hof geboren wurde und heranwuchs. Es war eine Zeit vielfältiger politischer, sozialer und auch religiöser Veränderungen. (Französische Revolution, Napoleonische Kriege, Säkularisation)


1809 schlug der Regensburger Dompfarrer (und spätere Bischof) Georg Michael Wittmann den Eltern Karolinas vor, dem damals 12-jährigen hochbegabten Mädchen unter der Anleitung seines Kaplans den Lehrerberuf erlernen zu lassen. Trotz großer Bedenken stimmten die Eltern dem Vorschlag nach einigem Zögern zu.

Nach ihrer Ausbildung unterrichtete sie in ihrer Heimatpfarrei und engagierte sich vor allem für die Ausbildung von Mädchen aus wenig begüterten Familien. Während dieser Zeit reifte in ihr der Plan einen Orden zu gründen, um durch dessen Arbeit den Mädchen und jungen Frauen aus allen Bevölkerungsschichten eine schulische Bildung zu ermöglichen. Sie hoffte, auf diese Weise die damalige absolute gesellschaftliche und finanzielle Abhängigkeit der Frauen von den Männern zu vermindern und so die Stellung der Frau in Gesellschaft und Kirche zu verbessern.

Trotz widriger Umstände und finanzieller Not war Karolina Gerhardinger von niemandem davon abzuhalten weiter in ihrer Heimstadt zu unterrichten, bis sie 1833 das erste Kloster der Armen Schulschwestern in Neunburg vorm Wald gründen konnte. Sie nahm den Ordensnamen Maria Teresia von Jesu an, um zu zeigen, dass sie streng nach den christlichen Geboten in der Nachfolge Jesu leben wollte.

Die erste Schule wurde 1839 eröffnet, nur sechs Jahre nach der Gründung der "Kongregation der Armen Schulschwestern von unserer lieben Frau". In der Folge gründete sie in vielen Städten, darunter im Jahr 1846 auch in Cham, Schulen für Kinder und Jugendliche aus allen gesellschaftlichen Ständen.

In ihren Schulen versorgte sie neben dem Unterricht auch die Hungernden; sie errichtete auch sogenannte "Industrieschulen", in denen sich schulentlassene Mädchen gezielt auf selbstständigen Broterwerb vorbereiten konnten.

Nach weiteren Filialgründungen in der Oberpfalz und Niederbayern konnte die Gemeinschaft im Jahr 1843 mit bereits 40 Schwestern, 40 Novizinnen und rund 60 Kandidatinnen das Angerkloster in München beziehen, das zum Stamm- und Mutterhaus der Kongregation ausgebaut wurde. Im Streit um die Verfassung des neuen Ordens widerstand sie sogar ihrem Erzbischof, der sie zeitweise als Oberin absetzte und sie mit Exkommunikation bedrohte. Schließlich gelang es ihr aber, die Ordensgemeinschaft (Kongregation) unter die Aufsicht und den Schutz des Papstes zu stellen.

1847 breitete sich die Kongregation nach Nordamerika aus.

1856 wurde in Cham eine Niederlassung der Armen Schulschwestern eröffnet.

Am 9. Mai 1879 starb Maria Theresia von Jesu Gerhardinger im Alter von fast 82 Jahren in München. 1985 wurde sie in Rom selig gesprochen.

Als Anerkennung für ihr Lebenswerk wurde im Jahr 1998 wurde eine Marmorbüste von ihr in der Walhalla (bei Donaustauf) aufgestellt, eine Auszeichnung, die vor ihr nur wenige Frauen erhalten haben.